Der Traum vom neuen Carport beginnt oft mit der Auswahl des Designs und des Materials. Doch bevor der erste Spatenstich gesetzt oder das Fundament gegossen wird, steht in Deutschland eine entscheidende Hürde: die Bürokratie. Aus unserer langjährigen Praxis bei Fences24 wissen wir, dass das Thema Baugenehmigung für viele Hausbesitzer eines der verwirrendsten ist. „Darf ich einfach so bauen?“ oder „Was sagt der Nachbar dazu?“ sind Fragen, die uns fast täglich erreichen.
In diesem Leitfaden räumen wir mit Halbwissen auf. Wir erklären Ihnen detailliert, wann Sie eine Baugenehmigung benötigen, wie sich die Regelungen in den Bundesländern unterscheiden und welche Unterlagen Sie wirklich brauchen.
Grundsatz: Genehmigungsfrei bedeutet nicht regelfrei
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass „verfahrensfrei“ (also ohne offiziellen Bauantrag) bedeutet, man dürfe bauen, wie man will. Das ist falsch. Auch wenn Sie in Ihrem Bundesland keine formelle Baugenehmigung einreichen müssen, müssen Sie sich zwingend an das öffentliche Baurecht halten. Dazu gehören:
- Der Bebauungsplan: Gibt es Vorgaben zur Dachform, Farbe oder Position?
- Grenzabstände: Die heilige Kuh des deutschen Baurechts (dazu später mehr).
- Statik und Schneelast: Ihr Carport muss sicher stehen.
- Denkmalschutz: Steht Ihr Haus oder die Umgebung unter Schutz?
Ignorieren Sie diese Punkte, droht im schlimmsten Fall der Rückbau – eine Erfahrung, die wir unseren Kunden unbedingt ersparen möchten.
Der Förderalismus-Dschungel: Regelungen der Bundesländer
Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es eine einheitliche Regelung gäbe. Die Landesbauordnungen (LBO) der 16 Bundesländer unterscheiden sich teils massiv. Was in Bayern problemlos möglich ist, kann in Nordrhein-Westfalen bereits genehmigungspflichtig sein.
Hier ist eine Übersicht der aktuellen Tendenzen (Stand 2025) für verfahrensfreie Bauvorhaben. Hinweis: Dies ersetzt keine rechtliche Beratung, da sich Kommunalgesetze ändern können. Fragen Sie zur Sicherheit immer bei Ihrem lokalen Bauamt nach.
Übersichtstabelle: Verfahrensfreie Carports (Auszug)
| Bundesland | Maximale Grundfläche (ca.) | Maximale Wandhöhe (ca.) | Besonderheiten |
| Baden-Württemberg | bis 30 m² | variiert | Im Innenbereich meist verfahrensfrei |
| Bayern | bis 50 m² | variiert | Sehr großzügige Regelungen |
| Berlin | bis 30 m² | 3 m | Nur im Innenbereich genehmigungsfrei |
| Brandenburg | bis 150 m³ (Rauminhalt) | variiert | Berechnet nach Volumen, nicht Fläche |
| Hessen | bis 50 m³ (Rauminhalt) | variiert | Strenge Volumengrenzen |
| Niedersachsen | bis 30 m² | variiert | Meldepflicht beachten |
| Nordrhein-Westfalen | bis 30 m² | 3 m | Grenzbebauung max. 9 m Gesamtlänge |
| Sachsen | bis 50 m² | 3 m | Mittlere Wandhöhe entscheidend |
| Thüringen | bis 40 m² | 3 m | Im Innenbereich |
Wichtig: „Innenbereich“ bezeichnet hierbei zusammenhängende Bebauungsgebiete (Siedlungen), während im „Außenbereich“ (Wiesen, Felder, Alleinlage) fast immer eine Genehmigung erforderlich ist.

Die Gretchenfrage: Grenzbebauung und der Nachbar
Nichts erhitzt die Gemüter so sehr wie ein Bauwerk direkt an der Grundstücksgrenze. Wenn Sie planen, Ihren Stahlcarport nach Maß direkt auf die Grenze zu setzen, müssen Sie spezielle Regeln beachten.
Aus unserer Erfahrung gelten in den meisten Bundesländern folgende Faustregeln für die privilegierte Grenzbebauung (also Bauen ohne Einhaltung der üblichen 3 Meter Abstand):
- Maximale Höhe: Meistens darf die Wandhöhe an der Grenze 3,00 Meter nicht überschreiten. Da unsere Premium-Carports oft eine lichte Durchfahrtshöhe haben, die für SUVs oder Wohnmobile angepasst wird, muss hier genau gerechnet werden.
- Maximale Länge: Die Länge der Grenzbebauung ist oft auf 9,00 Meter pro Grenze und insgesamt 15,00 Meter bis 18,00 Meter für alle Grenzen des Grundstücks limitiert.
- Nutzung: Der Grenzbau darf meist nur als Garage, Carport oder Abstellraum genutzt werden. Aufenthaltsräume (wie ein Partyraum im Anbau) sind an der Grenze tabu.
Unser Tipp: Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Nachbarn. Auch wenn Sie rechtlich im Grünen Bereich sind, erhält der Nachbarfrieden den Wert Ihrer Immobilie mehr als jedes Bauteil. Eine schriftliche Zustimmung des Nachbarn (Nachbarunterschrift auf dem Bauplan) ist bei Grenzbebauungen, die von der Norm abweichen, oft Gold wert.

Welche Unterlagen benötigen Sie für den Bauantrag?
Sollte Ihr Vorhaben die Grenzen der Verfahrensfreiheit sprengen (z.B. weil Sie einen großen Doppelcarport mit Geräteraum planen), müssen Sie einen Bauantrag stellen. Keine Panik – das ist machbar.
Folgende Unterlagen fordert das Bauamt in der Regel an:
- Das Bauantragsformular: Erhältlich beim lokalen Bauamt.
- Flurkarte (Lageplan): Ein aktueller Auszug aus dem Liegenschaftskataster (nicht älter als 6 Monate), in dem der Carport eingezeichnet wird.
- Bauzeichnungen: Grundriss, Ansichten und Schnitte im Maßstab 1:100. Hier kommen wir ins Spiel: Als Hersteller liefern wir Ihnen die nötigen technischen Zeichnungen unserer Konstruktionen.
- Baubeschreibung: Angaben zu Material (z.B. verzinkter Stahl), Farbe und Entwässerung.
- Statische Berechnung: Ein Nachweis, dass der Carport bei Sturm und Schnee stehen bleibt. Gerade bei unseren Stahlkonstruktionen ist dies ein Standard, den wir gewährleisten.
- Entwässerungsantrag: Manche Kommunen möchten wissen, wohin das Regenwasser fließt (Versickerung auf dem Grundstück oder Einleitung in den Kanal).
Sonderfall: Entwässerungsantrag
In unseren Suchdaten sehen wir oft die Frage nach dem „Entwässerungsantrag Carport“. Viele Gemeinden verlangen, dass Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickert, um die Kanalisation zu entlasten. Unsere Carports verfügen über integrierte Rinnensysteme, die das Wasser unsichtbar durch die Pfosten ableiten. Dies lässt sich hervorragend an eine Sickergrube anschließen, was bei der Genehmigung oft positiv bewertet wird.
Stahl vs. Holz im Baugenehmigungsverfahren
Macht das Material einen Unterschied beim Amt? Direkt nicht, indirekt aber schon.
Ein Holzcarport wirkt massiver und kann durch breite Balken und Dachüberstände die Abstandsflächen schneller füllen. Zudem wird bei Holzkonstruktionen im Laufe der Jahre oft „nachgebessert“ oder angebaut, was nachträglich zu Problemen führen kann.
Ein Stahlcarport hingegen punktet durch seine filigrane Optik. Schlanke Pfosten und flache Dachblenden wirken weniger wuchtig. In der Bauvoranfrage wird dies oft als „weniger störend“ für das Ortsbild wahrgenommen. Zudem sind die statischen Werte bei Stahl (Schneelast!) eindeutig zertifiziert, was dem Prüfer im Bauamt die Arbeit erleichtert. Mehr zu den Unterschieden der Materialien finden Sie in unserem Material-Vergleich 2025.

Wie Fences24 Sie bei der Bürokratie unterstützt
Wir wissen, dass der Papierkram abschreckend wirken kann. Deshalb lassen wir Sie damit nicht allein. Wenn Sie sich für eine Lösung von Fences24 entscheiden, erhalten Sie mehr als nur einen Bausatz.
- Technische Zeichnungen: Wir stellen Ihnen detaillierte Ansichten und Grundrisse Ihres individuell konfigurierten Carports zur Verfügung.
- Statik: Unsere Konstruktionen sind statisch geprüft. Diese Unterlagen sind essenziell für die Genehmigung, besonders in schneereichen Regionen.
- Beratung: Wir können Ihnen basierend auf Hunderten realisierter Projekte Tipps geben, welche Dimensionen (z.B. Wandhöhen) kritisch sein könnten.
FAQ – Häufige Fragen zur Baugenehmigung
Was passiert, wenn ich ohne Genehmigung baue?
Wird der Schwarzbau entdeckt (oft durch Luftbilder oder Nachbarn), kann die Baubehörde ein Bußgeld verhängen und den Abriss verfügen. Das Risiko lohnt sich nicht.
Gilt ein Carport als Garage?
Baurechtlich werden Carports und Garagen oft ähnlich behandelt, besonders bei den Abstandsflächen. Allerdings gibt es Unterschiede beim Brandschutz. Da ein Carport offen ist, sind die Brandschutzauflagen oft geringer als bei einer geschlossenen Garage.
Zählen Dachüberstände zur bebauten Fläche?
Ja, in der Regel wird die überdachte Fläche inklusive Dachüberstand gemessen. Unsere Carports mit innenliegender Entwässerung und modernen Blenden haben oft keinen weiten Dachüberstand, was bei knappen Flächenberechnungen von Vorteil ist.
Fazit: Erst prüfen, dann bestellen
Die Baugenehmigung ist kein Hindernis, sondern ein Schritt zur Sicherheit. Ein genehmigter Carport gibt Ihnen die Ruhe, dass Ihre Investition rechtlich abgesichert ist. Nutzen Sie die verfahrensfreien Grenzen Ihres Bundeslandes intelligent aus, indem Sie Maße wählen, die knapp darunter liegen.
Sind Sie unsicher, ob Ihr Wunsch-Carport auf Ihr Grundstück passt?
Lassen Sie uns gemeinsam planen. Wir erstellen Ihnen nicht nur ein Angebot für einen langlebigen Stahlcarport, sondern unterstützen Sie auch mit den nötigen technischen Daten für Ihr Bauamt.
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